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Liebe Freunde

Die Umweltorganisation “La Fuga“in Cuenca, Spanien, organisiert am 23. Juni eine Aktion, aus Protest gegen den geplanten Bau eines atomaren Zwischenlagers in Villar de Cañas, ein Dorf, das ca. 60 km von der Stadt Cuenca entfernt liegt. Wenn alles nach Wunsch der Planer geht, soll die Anlage in 2 Jahren fertiggestellt sein.

Performance

Wir wollen das verhindern. Die Region von Cuenca ist eine wunderschöne Landschaft mit riesigen Pinienwäldern, Bergen (der höchste ist fast 1900 Meter hoch), vielen Seen und einem grossen Naturschutzgebiet. Wenn das Wetter schön ist, kommen Sportkletterer aus ganz Spanien, um hier an den Felswänden zu üben, denn das Gestein eignet sich aufgrund seiner Härte besonders gut für diesen Bergsport. Mountainbiker und Wanderer lieben dieses Gebiet wegen seiner unzähligen Wald und Feldwege.

In allen Flüssen kann man noch baden. Auf den Seen, inmitten von Bergen und umgeben von Wäldern, sieht man, von Frühling bis Herbst, Kanus und kleine Segelboote. Aber natürlich ist Cuenca nicht nur ein Touristenparadies. Land- und Forstwirtschaft haben dieses Gebiet geprägt. Weinanbau, Getreide, Honig, Oliven, der berühmte Knoblauch aus Las Pedroñeras, Obst, Gemüse und nicht zuletzt die grosse Varietät von Pilzen lassen einen über die Frage nachdenken: Warum soll hier, inmitten dieser Landschaft, ein grosses Zwischenlager für den atomaren Müll aus ganz Spanien entstehen, Anlaufstelle unzähliger Lastwagen, die täglich nach Cuenca kommen werden,  um ihre Giftfässer in die unterirdischen Stollen zu bringen. Unabhängige Geologen haben ausserdem festgestellt, dass der Boden hier in keiner Weise geeignet ist und dieser atomare Friedhof viel zu nahe an einem Erdbebengebietes liegen würde.

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Unsere Protestakion will auf die Gefahren dieses Projekts für die Region, aber auch auf die Gefahren von Atomkraft im Allegemeinen aufmerksam machen.

Unsere Idee: Eine fiktive Evakuierung nach einem Unfall in diesem Zwischenlager. Radioaktivität ist ausgetreten und bedroht das Leben der Einwohner Cuencas. Unsere Aktion möchte vor allem die konkrete menschliche Tragödie darstellen: Wie reagiert der Einzelne, wie reagieren Familien, wenn man ihnen plöztlich sagt, dass sie ihre Heimat für immer verlassen müssen und dass sie vielleicht schon längst verstrahlt sind?   (siehe Archiv: Fiktive Evakuierung).

Wir laden euch ein, an dieser Demonstration teilzunehmen, oder falls ihr schon andere Pläne habt (wir wissen, es ist sehr kurzfristig), eure Solidarität anderweitig zu bekunden: durch euer Video, das wir auf unserer Webseite veröffentlichen, durch Fotos, die euch mit Gasmasken zeigen (siehe unsere Webseite, Cómo Participar, Mascarillas Improvisadas), durch eure Grussadresse oder irgendetwas anderes. Es geht uns vor Allem darum, dass die Menschen hier in Cuenca sehen, dass sie auch im Ausland wahrgenommen werden, weil dieses Problem alle, nämlich die ganze Welt, betrifft.

Ihr seid herzlich eingeladen.

Manifest für eine soziale Energie

Wir glauben, dass unser aktuelles Energiemodell, das auf fossilen Brennstoffen und Kernenergie basiert, dreckig, ineffizient und nicht nachhaltig ist und das es dringend geändert werden soll, damit wir den gegenwärtigen und zukünftigen menschlichen Energiebedarf sauber, preisgünstig und ökologisch decken können.

Wir halten es für notwendig und dringend erforderlich ein neues Energiesystem zu etablieren, das ein nachhaltiges Wachstum auf der Grundlage erneuerbarer Energiequellen gewährleisten kann.

EVAC

Wir zeigen damit unsere  Ablehnung der Schaffung eines Atommüll-Lagers (ATC) das die Lebensdauer von veralteten Atomkraftwerken verlängern wird. Die Einleitung dieser Massnahme erhöht das Risiko von Unfällen, deren Folgen irreparabel wären, es erhöht die Menge an radioaktives Abfall, deren Verwaltung in Zukunft enorme Kosten verursachen wird.

Wir fordern das Ende aller Verlängerungen der Laufzeiten von Atomkraftwerken und verlangen vom Parlament einen Zeitplan für die Stilllegung dieser Anlagen, damit die nukleare Bedrohung in unserem Land beendet wird.

In den Anfängen eines neuen Weltenergieparadigmas wollen wir nicht einem zentralisierten Energie-Oligopol unterworfen sein, das den Energiepreis nach Belieben anhebt und uns zwingt, teure und unverständliche Strom- und Gasrechnungen zu bezahlen.

Wir fordern die sofortige Einstellung der “Sonnensteuer” und die Verbesserung der Bedingungen für die Ausbeutung einer natürlichen Ressource, die in Spanien so reichlich vorhanden ist, so das jeder Mensch Zugang zu erneuerbarer, sauberer, demokratischer und sozialer Energie haben kann.

DRAMÄFEST

Wir wollen eine Zukunft, in der die ewigen Kosten für die Entsorgung radioaktiver Abfälle nicht auf die gesamte Gesellschaft entfallen. Eine nahe und notwendige Zukunft, in der die Einnahmen aus einem effizienten, wirtschaftlichen und erneuerbaren Energiesystem neu verteilt werden, damit seine Vorteile für das Gemeinwohl und für soziale Energie genutzt werden: nachhaltige Investitionen, lokale Wirtschaft, die Wiederherstellung des ländlichen Lebens, die Nutzung natürlicher Energiequellen in Städten, die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung, kulturelle Entwicklung, eine Verbesserung der Bildung und die Erhaltung der Ökologie.

Deshalb unterschreiben wir dieses Manifest und verpflichten uns, diesen Vorschlag am 23. Juni 2018 in der Stadt Cuenca (Spanien), durch eine grosse «Evakuierungsaktion» einer breiten Öffentlichkeit innerhalb- und ausserhalb Spaniens nahezubringen, da wir glauben das es im Interesse aller Menschen ist, in einer Welt zu leben, die von sozialer Energie angetrieben wird.

 

Das Komitee für soziale Energie

Diese Organisationen haben das Manifest unterzeichnet:

Greenpeace Spanien, Nuevo Modelo Energético, Plataforma antiATC, Movimiento Ibérico Antinuclear, Ecologistas en Acción, ECOOO.